October 21st, 2007

Tempel, Tempel, Tempel

Posted in blog by admin

Nachdem es gestern doch sehr spaet wurde stehe ich etwas zoegerlich auf. Es ist kurz nach sieben und die Nacht in der Ivy-Bar laesst mich wuenschen, ich koennte noch ne Weile unter der Decke bleiben.

Tag Zwei in den unueberschaubaren Tempelruinen von Angkor und Umgebung. Noch immer beeindruckt werd ich von Tempel zu Tempel gebracht und jeder hat seinen eigenen Reiz. Auch die Klettertouren durch die Anlagen sind mehr als Aufregend, immerwieder entdeckt man kleine Ecken die voellig unwirklich darauf warten, entdeckt zu werden.

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Zwischen den Ruinen sieht man ab und an ein paar Affen umherklettern, kleine und grosse Geckos, Salamander und aehnliches Getier macht sich auf den Steinquadern in der Sonne ein leichtes Leben.

Ich weiss schon gar nicht mehr wie viele Fotos ich gemacht habe in zwei Tagen, es wird spannend, die alle auszusortieren.

IMG_0150 Mein Fahrer erzaehlt viel von sich, den Leuten hier, der Kultur, Gesellschaft und wie die Dinge hier so laufen. Unter anderem erzaehlt er auch, dass er neben seinen drei eigenen Kindern, die seiner Schwester aufzieht, da sie, wie auch sein Schwager vor Kurzem an Aids gestorben sind. Somit ist er mit seinem Fahrerjob der Einzige, der sechs Kinder, seine Frau und die Schwiegermutter seiner verstorbenen Schwester durchbringen muss. Er laed mich schliesslich am spaeten Nachmittag ein, seine Familie zu treffen. Wir fahren von Siem Riep zurueck in Richtung Tonle Sap See und machen halt in einem kleinen Dorf halt. Einige Bambushuetten sind auf Stelzen halb in den Fluss gebaut und bestehen lediglich aus einem Raum und einem kleinen Anbau ueber dem Fluss, der als Kueche dient.

Die ganze Horde von Kindern begruesst mich herzlich, sein kleiner Sohn ist noch dabei sein Mittagsschlaf in der Haengematte zu beenden. Nachdem ich seine Hochzeitsbilder sehen darf, nebenbei versuche, mir die Namen seiner Kids einzupraegen, die ohne Pause auf mich einprabbeln und mich korrigieren bekomme ich eine kleine Hausfuehrung.

IMG_0148Kaum vorstellbar, wie die ganze Horde dort untergebracht ist. Die Huette ist maximal 5 x 5 m gross, durch kleine Vorhaenge in einige Schlafecken aufgeteilt und auf dem Boden in den Schlafecken liegen lediglich ein paar superduenne Schaumstoffmatten. Durch den Bretterboden erkennt man den Fluss unter sich.

Sein groesster Sohn, 15 Jahre alt, fuehrt mich in den lokalen Wat, gefolgt von all seinen Geschwistern und mehr und mehr Kids aus dem Dorf schliessen sich uns auf dem Weg dorthin an. Eine wahre Horde tummelt sich um mich und jeder versucht irgendwie irgendwas zu sagen. Egal welche Sprache, egal obs verstanden wird oder nicht. Der Laermpegel ist nicht schlecht. Nach einer kleinen Minifuehrung und viel lustigem Tumult werd ich von meinem Fahrer abgeholt und wir machen noch einen kleinen Abstecher in Richtung See. Mit einem leicht hinter den Wolken verschleierten Sonnenuntergang neigt sich der Tag dem Ende und ich freu mich nun auch, ein kleines Nickerchen zu machen.

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5 comments

  1. Annerose, Martin und Philipp says:

    Hallo Michael,
    faszinierend was du alles erleben darfst. Wir sind jeden Tag gierig darauf wieder etwas neues zu erfahren. Du könntsst ja mal versuchen, deine Erlebnisse in ein Buch zu fassen.
    Heute nachmittag war Katja mit Emilia da und hat fast 2 Stunden herumgetollt. Deine Mutter hat sich anschließend erst mal hingelegt.
    Philipp liegt im Bett mit einer Erkältung.
    Wenn du wieder da bist, solltest du mal nach meinem neuen Rechner schauen, der noch unbeachtet in der Ecke steht. Außerdem würde ich mich über ein Sushi-Essen mit dir freuen.
    So nun reicht es, schreibe weiter deine Erlebnisse auf, wir freuen uns.
    Liebe Grüße und pass auf dich auf
    Dein Dad

    October 21st, 2007 at 6:15 pm

  2. Wolfgang says:

    Schön zu lesen dass Du nie wirklich alleine bist…und dass sich so viele freuen wenn Du wieder im Ländle bist! Hier wartet dann wirklich wieder der Luxus auf Dich und zumindest die ersten Tage und Wochen lernt man dies wohl nach einer solchen Erfahrung mehr zu schätzen.. Nun einen weiterhin stressfreien Urlaub!

    October 21st, 2007 at 11:02 pm

  3. Mad says:

    Hi Micha,

    auf dich kann man auch neidisch sein… zumindest wenn man sich im Moment in Deutschland aufhält. :)

    So langsam könnte ich mir allerdings auch wieder vorstellen zurückzukehren. Die Vorstellung ohne Familie Weihnachten zu verbringen finde ich nicht so sonderlich prickelnd. Eigentlich gehe ich schwer davon aus, dass ich doch noch diese Jahr zurückkehren werde. México in allen Ehren, irgendwann ist aber genug!

    Viele Grüße und weiterhin viel Spaß.

    Mathieu

    October 22nd, 2007 at 6:04 am

  4. Annerose, Martin und Philipp says:

    Hallöle,
    da bist du tief eingetaucht, wenn du nicht nur die Schönheiten des Landes siehst, sondern auch die Menschen, deren Lebensgewohnheiten und Schicksale kennenlernst. Kambodscha ruft in mir nur die Erinnerung an die Kämpfe der Roten Khmer hervor, das damals! täglich in den Nachrichten war.Deshalb habe ich viele Fragen zur heutigen Situation. Freu mich auf die “langweiligen” Fotos.
    LG AW

    October 22nd, 2007 at 3:42 pm

  5. aunt mary says:

    hey indiana jones, nach langem lesen deiner abenteuergeschichten komme ich zu dem schluss: du hast den falschen beruf, solltest vielleicht zu geo wechseln.
    wenn man andererseits bedenkt, dass du fast 1 zehntel des jahres traumurlaub machst – will auch bezahlt sein…
    so – jetzt mach ich feierabend und geh in die kälte ….
    lg aus schwäbisch sibirien, auch von heike – sie ist dir monmentan am nächsten.

    October 22nd, 2007 at 5:07 pm

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